Woche 17 - Plötzlich Frühling in Norwegen
- Matthias Fröhlich

- 1. März
- 2 Min. Lesezeit
Die Woche begann unspektakulär. Start war in Schweden, genauer in Torsby. Ziel: Norwegen.Wieder einmal hiess es Strom abstecken, Starlink verstauen, Isomatten einpacken. Dann ging es los. Nicht über Autobahnen oder Schnellstrassen, sondern über kleine Strassen, Nebenwege und viel Schnee. Wir tuckerten Richtung Grenze, die schnell erreicht war. Ein kleines Schild, komplett unspektakulär. Hallo Norwegen.
Auch wenn es nur wenige Kilometer waren, zeigte sich das Land sofort anders als Schweden. Nicht nur wegen der gelben Mittelstreifen. Die Landschaft wirkte kantiger, felsiger und rauer. Mehr Berge, mehr Felsen, insgesamt wilder.
Nach knapp 100 Kilometern fanden wir unseren ersten Übernachtungsplatz in Norwegen, direkt an einem Fluss. Feuerschale ausgepackt, Romantik an. Genau so stellen wir uns Skandinavien vor.
Am nächsten Tag ging es bei bestem Wetter weiter, bis uns die Motorkontrolllampe stoppte. Ölwechsel. Wir wussten, dass uns das auf dieser Reise irgendwann einholen würde. Norwegen ist dafür ein teures Pflaster.
Wir mussten gleich zwei Werkstätten aufsuchen. In der ersten wurde zwar das Öl gewechselt, allerdings ohne Ölfilter. Man sagte uns, das gehe auch so. Nein, geht es nicht. Zum Ölwechsel gehört der Filter. Ich gehe ja auch nicht duschen und ziehe danach wieder die schmutzigen Kleider an.
Also weiter zur zweiten Werkstatt. Wieder auf den Lift, alter Filter raus, neuer rein. Noch einmal über hundert Franken. Am Ende zahlten wir knapp 400 Franken. Ein grosses Loch in der Reisekasse und entsprechend schlechte Laune.
Abhaken und weiterfahren. Am selben Tag erreichten wir noch Lillehammer. Ein besonderer Platz. Wir standen direkt unter der Skisprungschanze und spürten tatsächlich einen Hauch Olympia.
Am nächsten Tag schauten wir uns noch kurz das Städtchen an, dann ging es weiter Richtung Westküste. Unser Ziel war die berühmte Atlantikstrasse kurz vor Kristiansund.
Unterwegs dorthin staunten wir nicht schlecht. Wir fuhren in einen Tunnel hinein im Winter und kamen sieben Kilometer später im Frühling wieder heraus. Vorne Winter, hinten Pulloverwetter. Fast wie ein norwegischer Gotthard-Effekt.
Von minus 10 Grad auf plus 10 Grad innerhalb von 24 Stunden. Etwas irritiert erreichten wir die Atlantikstrasse. Blauer Himmel, Sonnenschein und kaum Wind. Dieser kurze Abschnitt bleibt uns sicher lange in Erinnerung.
In Kristiansund schauten wir uns noch kurz die Stadt an. Sie hat uns nicht völlig umgehauen, aber ihren eigenen Charme. Übernachtet haben wir direkt unterhalb der Anflugschneise des Flughafens. Speziell, wenn Flugzeuge und Helikopter tief über den Van donnern.
Am nächsten Morgen waren es nur wenige Meter bis zur Fähre von Kristiansund nach Tømmervåg. Wir verpassten sie um ein paar Sekunden und nutzten die Zeit für ein Frühstück. Sonne, Aussicht und plötzliches Pulloverwetter.
Die Fähre war übrigens kostenlos, zumindest ausserhalb der Saison. Das nahmen wir gerne mit. Danach ging es weiter Richtung Trondheim. Übernachtet haben wir auf einem Waldparkplatz vor den Toren der Stadt. Am nächsten Tag schauten wir uns Trondheim an.
Trondheim ist die drittgrösste Stadt Norwegens. Man merkt es kaum. Sie wirkt ruhig, fast verschlafen. Alte Häuser gemischt mit moderner Architektur, viel Wasser und eine entspannte Atmosphäre.
Kurz nach Trondheim war unsere 17. Woche auch schon vorbei. Langsam beschleicht uns das Gefühl, dass die Zeit davonläuft. Die Wochen vergehen schnell. Auch wenn noch rund zwei Monate vor uns liegen, sind die vergangenen vier Monate beinahe im Flug vergangen.






































































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