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Woche 20 – Festgefahren im Paradies

  • Autorenbild: Matthias Fröhlich
    Matthias Fröhlich
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Wow. Nach dem Nordkapp dachten wir ehrlich: Das wird diese Woche niemand mehr toppen. Tja. Stunden später steckten wir mitten im Paradies fest. Räder drehen durch, wir knien im Schnee, schaufeln wie die Weltmeister und fluchen leise vor uns hin. Sehr leise natürlich.

Nach gut zwei Stunden buddeln, schwitzen und hoffen kam der Moment: ein Ruck, ein bisschen mehr Gas, Zähne zusammenbeissen – und wir waren frei. Und erst dann haben wir realisiert, wo wir eigentlich gelandet sind.


Aber von vorne.

Nach dem Nordkapp brauchten wir erstmal Ruhe. Die vielen Eindrücke, die langen Fahrten – das zieht mehr Energie, als man denkt. Ja, Luxusproblem. Wissen wir. Aber genau deshalb haben wir uns in Inari bewusst eine Pause gegönnt.

Drei Nächte auf einem einfachen, zweckmässigen Stellplatz mitten im Ort. Kein Schnickschnack, dafür genau das Richtige. Wir haben das Sami-Museum besucht, das einen tiefen Einblick in die Kultur der indigenen Bevölkerung Lapplands gibt. Viel Geschichte, viel Naturverbundenheit – und plötzlich versteht man diese Region ein Stück besser.

Die Abende verbrachten wir draussen. Feuerschale an, Hunde entspannt, irgendwo zwischen Rauch, Stille und diesem Gefühl von „genau richtig“. Gleich neben unserem Van stand eine Grillkotta. Holz rein, Feuer an, sitzen bleiben. Mehr braucht es manchmal nicht.

Genau das sind die Momente, die wir gesucht haben. Nicht der grosse Trubel. Nicht der Jubel. Einfach Ruhe.


Der Trubel kam dann schneller zurück, als uns lieb war.

Von Inari ging es weiter nach Rovaniemi. Weihnachtsdorf. Ganzjährig Weihnachten. Klingt nach Lichter, Stimmung, bisschen Magie. Dachten wir.

Was wir bekommen haben: Matsch, Menschenmassen und null Atmosphäre. Überlaufen, laut, irgendwie leer. Für uns hat das überhaupt nicht gepasst. Wenn man sowieso hier ist, kann man es sich anschauen. Aber extra dafür nach Finnland reisen? Würden wir nicht.

Also raus da.


Zurück in die Natur. Waldlichtung. Stille. Vier Herzen und zwei Hunde, die frei durch den Schnee rennen. Genau unser Ding.

Spontan entschieden wir uns, wieder nach Schweden rüberzufahren. Irgendwie zieht es uns immer wieder dahin. Vielleicht, weil es sich einfach richtig anfühlt. Vielleicht auch, weil das Wetter in Finnland gerade nicht mitspielen wollte.

In Luleå fanden wir endlich Sonne. Und mit der Sonne kam die Lust auf den nächsten Traumplatz. Also rein in den Wald. Und zack – festgefahren.


Der Rest ist schnell erzählt: graben, fluchen, wieder graben. Irgendwann dieser eine Moment, in dem alles passt – und der Van sich wieder bewegt. Wir hatten uns schon halb dabei gesehen, Hilfe zu holen oder den Van einfach stehen zu lassen und auszuwandern.

Aber genau dieses kleine Malheur hatte auch etwas Gutes.

Wir stellten uns völlig erledigt auf einen Parkplatz ganz in der Nähe. Am nächsten Morgen dann die Überraschung: Wir standen mitten in einem kleinen Paradies. Feuerstellen, ein See, eine Grillhütte, Tische, Bänke und sogar bereitgelegtes Feuerholz. Und das Beste: Die Gemeinde Luleå lädt offiziell dazu ein, diese Plätze zu nutzen.


So etwas begeistert uns. Einfach gemacht, für alle zugänglich, mitten in der Natur.

Nach Luleå ging es weiter nach Boden. Nur 36 Kilometer. Ein Katzensprung. Aber ein besonderer.

Dort steht ein kleines Haus. Für uns mehr als nur ein Haus. 2024 haben wir dort Weihnachten verbracht und meinen Geburtstag gefeiert. Genau an diesem Ort entstand die Idee zu Happy’s on Tour. Genau dort haben wir entschieden, uns diese Auszeit zu nehmen.

Und jetzt stehen wir plötzlich wieder hier. Mitten in unserer Reise. Mitten in dem Leben, das genau dort begonnen hat.

Das ging nicht spurlos an uns vorbei.

Mit Gänsehaut und leicht glasigen Augen haben wir entschieden: Wir bleiben noch eine Nacht. Ganz in der Nähe fanden wir wieder so einen dieser Plätze, die man nicht planen kann. Man findet sie einfach.


Mit Marshmallows am Feuer, Blick in die Weite, unserem Van und unseren beiden Fellnasen haben wir Woche 20 abgeschlossen.


Und wir sind einfach nur dankbar, dass wir das erleben dürfen.


Sonntag, 22. März 2026

Happy Birthday «Mami»!



 
 
 

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