top of page

Woche 23 – Geheimtipp Estland? So fühlt sich Vanlife richtig an

  • Autorenbild: Matthias Fröhlich
    Matthias Fröhlich
  • 12. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Nach einer etwas turbulenten ersten Woche in Estland, mit Drohnenalarm, einem Abstecher an die russische Grenze und vielen Momenten, die irgendwo zwischen Gänsehaut und Staunen lagen, haben wir einen Gang runtergeschaltet. Wir sind einfach geblieben.


Noch eine Woche Estland. Ohne Druck. Ohne Strecke machen zu müssen. Ferien vom Reisen. Mehr stehen als fahren. Mehr schauen als planen. Mehr fühlen als abhaken. Genau so, wie sich Vanlife für uns richtig anfühlt.

Und Estland hat uns dafür genau das gegeben, was wir gebraucht haben.

Überall im Land verteilt liegen diese besonderen Orte, die nicht laut sind, nicht geschniegelt, nicht inszeniert. Sondern echt. Wild. Ruhig.


Ein grosser Teil davon kommt von der Riigimetsa Majandamise Keskus. Klingt erstmal trocken, ist aber das Gegenteil. Diese staatliche Organisation betreibt hunderte offizielle Naturplätze, die sogenannten RMK-Plätze. Und die sind ein Geschenk.

Feuerstellen mitten im Wald. Holz bereitgelegt. Picknicktische, einfache Toiletten. Oft direkt an einem See. Keine Schranken, kein Check-in, kein Campingplatz-Gefühl. Einfach hinfahren, hinstellen, bleiben.

Wir standen drei Nächte an so einem Ort. Wald rundherum, der See direkt vor der Tür, morgens leichter Nebel über dem Wasser, abends das Knistern vom Feuer. Kein Lärm. Keine Menschen. Nur wir, die Hunde und dieses Gefühl, dass gerade alles passt. Das war kein Stellplatz mehr. Das war Zuhause auf Zeit.


Zwischendurch zog es uns aber auch wieder in die Stadt.

Tartu hat uns überrascht. Jung, lebendig, aber entspannt. Studenten, kleine Cafés, kreative Ecken. Nichts Aufgesetztes. Alles wirkt leicht. Man läuft durch die Strassen und merkt schnell: Hier lebt es sich gut. Kein Stress, kein Druck. Einfach eine angenehme, warme Stimmung. Genau das Richtige nach ein paar Tagen Wald.


Und dann kam Valga. Ein Ort, der hängen bleibt. Anders. Ruhiger. Und ehrlich gesagt, im ersten Moment auch etwas hart. Viele Gebäude wirken verlassen, vieles wirkt stehengeblieben. Man merkt, dass hier nicht alles glänzt. Valga ist eine geteilte Stadt, direkt an der Grenze zu Lettland. Auf der einen Seite Estland, auf der anderen Seite Valka. Früher eine Stadt, heute zwei Länder. Diese Geschichte spürt man.


Wir waren im Militärmuseum, haben uns ein Stück Vergangenheit angeschaut, das nicht schön ist, aber wichtig. Und irgendwie passt genau das zu diesem Ort. Nichts beschönigt. Nichts versteckt.

Und genau das macht Estland aus. Dieses Land ist nicht geschniegelt. Es ist nicht perfekt. Aber genau deshalb fühlt es sich echt an. Zwischen stillen Seen, endlosen Wäldern, kleinen Städten und diesen ganz leisen Momenten haben wir gemerkt, wie sehr uns dieses Land gepackt hat.


Estland, wir haben uns ein kleines bisschen in dich verliebt. Und wir kommen wieder. Ganz sicher.


Aber jetzt geht es weiter. Lettland, Litauen, weiter Richtung Süden. Neue Länder, neue Geschichten.

Und irgendwo im Hinterkopf schon der Gedanke: Diese Reise geht bald zu Ende.



 
 
 

Kommentare


bottom of page