Woche 14 – Niederlande, Deutschland, Dänemark!
- Matthias Fröhlich

- vor 7 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Nach über 90 Tagen unterwegs ist etwas passiert, womit wir am Anfang nicht gerechnet haben: Es ist Alltag eingekehrt. Und zwar ein guter.
Nicht langweilig. Eher ruhig. Eingespielt. Die Handgriffe sitzen. Kaffee, Hundespaziergang, Strom anschliessen, wieder abbauen – alles läuft automatisch. Wäsche waschen dauert plötzlich nicht mehr drei Stunden und Nerven, sondern einfach eine Maschine und ein Gespräch. Der wenige Platz fühlt sich nicht mehr klein an. Eher passend.
An unsere alte Wohnung denken wir kaum noch. Nur, wenn ich sie gerade erwähne. Wir haben nicht Wohnraum verloren, sondern Ballast abgegeben. Heute reichen uns sechs Quadratmeter Innenraum und ein Garten, der jeden Tag neu gestaltet wird. Mal Sandstrand, mal Wiese, jetzt Schnee. Viel Schnee. Vor allem zur Freude von Milo, der beschlossen hat, dass Skandinavien sein persönlicher Freizeitpark ist.
Am Wochenanfang standen wir noch in den Niederlanden, genauer in Amsterdam. Bunt, laut, lebendig. Eine Stadt, die man gesehen haben sollte. Aber mit zwei Hunden eher anstrengend. Zu viele Menschen, zu viele Fahrräder und erstaunlich viele Betrunkene – auch am Mittag.
Also weiter Richtung Norden. Ziel: Lübeck.Unterwegs ein Zwischenstopp in Haren, direkt an einem kleinen See. Einer dieser Abende, die fast zu perfekt aussehen. Sonnenuntergang, Spiegelung im Wasser, kein Mensch weit und breit. Man steht einfach da und merkt, dass man gerade genau am richtigen Ort ist.
Und dann war es soweit: Lübeck! Lübeck ist für mich sowieso speziell. Ich habe hier gelebt, studiert und vermutlich mehr Nächte wach verbracht als gesund gewesen wäre. Eine Stadt voller Erinnerungen. Objektiv schön – und ja, ich bin befangen. Aber wirklich: Besuchsempfehlung.
Wir parkten ausgerechnet beim Gelände meiner alten Schule. Ein merkwürdiger Moment. Man steigt aus dem Van und steht plötzlich wieder an einem Ort aus einem komplett anderen Leben. Für ein paar Sekunden war die Zeit gleichzeitig sehr weit weg und sehr nah. Gänsehaut.
Natürlich gehörte auch ein Restaurantbesuch dazu. Schnitzel und Pommes. Manche Dinge müssen sich einfach nicht verändern.
Nebenbei haben wir gewaschen, aufgeräumt und uns auf den Norden vorbereitet. Lübeck half uns dabei mit minus sieben Grad. Mit Wind fühlte es sich eher nach minus vierzehn an. Training erfolgreich abgeschlossen.

Dann weiter nach Dänemark. Von Lübeck aus fast nur ein Rollenlassen. Kiel, Flensburg, Grenze – und plötzlich wieder ein neues Land.
Unser erster Übernachtungsplatz lag direkt hinter einer Tankstelle. Klingt jetzt wenig romantisch, war aber überraschend perfekt. Eine Autobahnraststätte mit eigenem Camperbereich, im Winter komplett leer. In Dänemark darf man offiziell nicht frei stehen. Aber in dieser Nacht fühlte es sich genau so an. Dunkel, ruhig, kein Mensch, nur wir vier im Van. Einer dieser kleinen Glücksmomente, die man nicht planen kann.
Jetzt stehen wir auf einem kleinen Campingplatz nahe Kolding. Im Winter wirkt so ein Platz wie verlassen. Keine Geräusche, keine Nachbarn, nur Wind und ab und zu Schritte im Schnee. Auch hier wieder dieses Gefühl von Freiheit, obwohl man ganz offiziell eingecheckt ist.
Heute ist Sonntag, 8. Februar 2026.Wir sitzen im Van, lesen, schreiben und überlegen, wohin es als Nächstes gehen soll.
Unser Plan für die kommende Woche? Wir haben keinen.
Und genau das fühlt sich gerade nach dem besten Plan an.

































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