Woche 24 – Tschüss Estland, hallo Lettland
- Matthias Fröhlich

- vor 14 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Nach zwei traumhaften Wochen in Estland hiess es Abschied nehmen. Wir fuhren weiter Richtung Süden, nächster Stopp Lettland. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben. Am Ende wurden es fünf.

Der Frühling kommt langsam zurück und wir leben wieder mehr draussen vor dem Van. Für uns ein Genuss, für Mooi und Milo pures Glück. Den ganzen Tag im Gras liegen, durch den Wald streifen, schnüffeln, dösen. Mehr brauchen sie nicht.
Wir folgten der Grenze und fuhren durch weite Landschaften. Und dann standen sie plötzlich da, alte verlassene Grenztürme. Ein Anblick, der sofort Bilder aus einer anderen Zeit weckt. Die Gegend wirkte auf den ersten Blick rauer, etwas einfacher, ruhiger. Ein Eindruck, der hängen bleibt.
Unser erster Halt war, wie so oft, im Wald. Direkt an einem kleinen See. Feuer gemacht, etwas gekocht und den Abend genossen. Genau diese einfachen Momente sind es, die bleiben.
Am nächsten Tag ging es nach Riga. Nach zwei Wochen Natur fühlte sich das fast wie ein kleiner Kulturschock an. Plötzlich standen wir mit unserem Van mitten in der Stadt, im Hinterhof einer Kirchgemeinde. Ungewöhnlich, aber genau solche Orte machen diese Reise aus. Frisch geduscht machten wir uns auf den Weg in die Altstadt. Riga hat uns überrascht. Breite Strassen, beeindruckende Jugendstilfassaden, kleine Gassen, Cafés, Leben. Eine Stadt mit Geschichte, aber ohne Schwere.
Nach dem Stadtleben zog es uns wieder raus. Ein paar Kilometer weiter liegt Jürmala an der Ostsee. Lange Strände, viel Holz, eine ruhige, fast schon entschleunigte Stimmung. Wir waren nicht direkt am Strand, sondern etwas erhöht auf der Promenade. Frische Luft, Weite, durchatmen.
Noch etwas Energie getankt ging es weiter Richtung Süden. Noch eine Nacht und dann Litauen, so der Plan.
In Jelgava fanden wir keinen passenden Platz zum Übernachten, also fuhren wir weiter raus. Und dann standen wir plötzlich mitten in einer Apfelbaumplantage in Näkotne. Hier entsteht ein Naturcampingplatz, eine Eventlocation, ein Ort zum Ankommen. Noch ist alles im Aufbau, offiziell noch nicht geöffnet, und genau das machte es perfekt. Wir durften bleiben. Alleine, sieben Hektar nur für uns und unsere Hunde.
Aus einer Nacht wurden fünf. Wir sind einfach geblieben. Weil es sich richtig angefühlt hat. Weil dieser Ort etwas mit uns gemacht hat. Diese Ruhe, diese Freiheit, diese Herzlichkeit. Ein grosses Dankeschön an Maria, die uns genau dieses Gefühl gegeben hat.
Ganz untätig waren wir trotzdem nicht. Wir machten noch einen Abstecher nach Jelgava. Eine ruhige Stadt am Fluss, geprägt vom grossen barocken Schloss, heute Teil der Universität. Weitläufig, entspannt, unaufgeregt. Kein Ort, der laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.
Zurück in der Apfelplantage wurde uns klar, warum wir geblieben sind. Nicht wegen den geschenkten Chips direkt vom Hersteller oder der spontanen Führung durch das kleine Museum im Ort. Es war dieses Gefühl, willkommen zu sein.
Lettland, du hast uns überrascht. Und eines ist sicher: Wir kommen wieder. Solche Orte vergisst man nicht.





























































Kommentare