Woche 9 - Schnee, Stille und Geschichte.
- Matthias Fröhlich

- 4. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Schottland meinte es ernst mit uns.Nicht ein bisschen Winter. Sondern richtig.
Wir standen morgens auf und alles war weiss. Der Van. Die Strasse. Die Landschaft. Diese Art von Schnee, die Geräusche schluckt. Still. Schwer. Ehrlich. Genau das, was wir an diesem Land mögen. Mehr oder weniger.
Fahren wurde langsamer. Bedachter. Kein Stress. Kein Drängeln. Einfach rollen lassen. Linksverkehr hin oder her. Wenn es schneit, sind alle gleich vorsichtig.
Ein besonderer Ort diese Woche war Culloden. Kein klassischer Ausflug. Eher ein Innehalten. Ein weites Feld. Wind. Kälte. Und viel Geschichte. Hier wurde nicht gekämpft für Ruhm. Hier wurde gestorben für Überzeugungen. Man spürt das. Auch ohne Worte.
Danach Loch Ness. Ja, wir waren da. Nein, wir haben sie nicht gesehen. Aber darum geht es auch nicht. Der See liegt ruhig da. Dunkel. Tief. Fast respektvoll. Ein Ort, der nichts erklären will. Man darf einfach schauen und schweigen.
Die Nächte waren kalt. Teilweise richtig kalt. Aber im Van warm. Hunde zufrieden. Tee heiss. Alles gut. Genau diese Gegensätze machen es aus. Draussen Winter. Drinnen Geborgenheit.
Schottland im Winter ist kein Postkartenmotiv. Es ist rau. Direkt. Manchmal unbequem. Aber genau deshalb bleibt es hängen. Diese Woche war keine laute. Keine spektakuläre. Aber eine, die bleibt.
Und ja. Neujahr war eher eine Randnotiz. Schnee war wichtiger.

































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