Woche 10 - Zwischen Stille und Stempel – eine Woche im Wartemodus
- Matthias Fröhlich

- 11. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Diese Woche war leise. Und genau das tat gut.Wir blieben länger stehen, bewegten uns weniger und liessen Tage einfach laufen. Nach den vielen Eindrücken davor fühlte sich das richtig an.
Ein fixer Termin stand trotzdem an. Der Tierarzt. Nicht wegen Krankheit, sondern wegen Papier.
Stempel, Aussagen, Meinungen. Jede korrekt, aber nie gleich. Genau diese Unsicherheit begleitete uns die ganze Woche. Wir hörten zu, fragten nach, liessen uns alles erklären. Am Ende hatten wir mehr Infos als Klarheit.
Dafür waren unsere Übernachtungsplätze umso klarer.In Balloch durften wir bei einer Werft stehen. Ruhig, direkt am Wasser. Morgens Nebel, abends Stille. Ein Ort ohne Drama. Einfach stehen, schauen, durchatmen.Ein paar Tage später Wig Sands. Ein geschichtsträchtiger Ort. Früher Wasserflugplatz, heute Weite, Wind und Vergangenheit, die man spürt, auch wenn nichts mehr davon zu sehen ist. Oder nicht viel. Genau solche Plätze bleiben hängen.
Zwischendurch bekam der Van etwas Aufmerksamkeit.Waschen. Innen wie aussen. Nicht aus Eitelkeit, sondern weil Ordnung im Kleinen auch im Kopf etwas ordnet. Danach fühlte sich alles wieder leichter an.
Und trotzdem lag da ständig dieses Thema im Hintergrund.Die Fähre. Nordirland. Dürfen wir mit den Hunden mit? Keiner konnte es uns zu hundert Prozent sagen. UK ja, aber doch anders. Nordirland speziell. Regeln, Ausnahmen, Interpretationen. Am Ende entscheidet nicht ein Dokument, sondern der Moment am Hafen.
Also warten wir. Mit allen Unterlagen. Mit einem sauberen Van. Mit ruhigen Tagen im Rücken. Und mit einem leichten Ziehen im Bauch.
Vanlife ist nicht immer Freiheit pur. Manchmal ist es einfach Geduld. Und dann passiert es. Wir dürfen mit auf die Fähre. Hunde dabei. Van dabei. Keine Diskussion. Kein Drama. Wir schippern los Richtung Nordirland.
Der eigentliche Witz kommt erst jetzt. Ob wir einreisen dürfen, entscheidet nicht Grossbritannien, sondern die Iren. Mulmiges Gefühl inklusive. Alles, was wir vorbereitet haben, alle Aussagen, alle Stempel. Plötzlich fühlt es sich zweitrangig an.
Ankunft. Kontrolle. Fragen. Schulterzucken. Rückfragen untereinander. Auch hier ist nichts wirklich klar. Die Beamten sind freundlich, aber selbst unsicher. Regeln, Sonderfälle, Ausnahmen. Man merkt schnell: Wir sind nicht die Einzigen, bei denen das System ins Stocken gerät.
Am Ende passiert genau das, was diese Woche geprägt hat. Es löst sich alles auf. Kein Drama. Kein Nachspiel. Kein grosses Thema.
Wir rollen durch Nordirland. Nach Tagen voller Vorbereitung, Nachdenken und Bauchgefühl bleibt vor allem eine Erkenntnis:
Man kann alles richtig machen und trotzdem erst ganz am Schluss wissen, ob es passt.
Das war Woche 10.



























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